TWC: Titel-Entscheidung im Herzschlagfinale am Nürburgring

Vom Saisonauftakt an galt Steffen Lykke Gregersen im BMW M3 DTM-92 als heißer Titelfavorit, da er die ersten Rennen als mehrmaliger Klassen- und Tagessieger souverän für sich entscheid.

Das sympathische Team rund um Claus Lykke Gregersen machte nicht nur in seiner Aussendarstellung den professionelen Anspruch deutlich.

Auch bei Vorbereitung und Umsetzung wurde nichts dem Zufall überlassen. Schnörkellos und ohne großen Aufhebens verwies das Dänische Familien-Team die Konkurrenz regelmäßig auf die Plätze.

Nur der junge Schiltacher Yannik Trautwein im schnellen ex Cibiemme Zweiliter BMW E36 STC hatte bis dahin ernsthaft etwas dagegenzusetzen, musste aber terminbedingt einige Rennen pausieren.

Doch ab Mitte der Saison setzte ein ganz anderer wiederkehrend Akzente und zeigte vor allem bei Regenrennen fahrerische Stärke und Herz.

Der schnelle Holländer “Fast Marc” schickte sich nicht nur an, regelmäßig die Klasse DTM-88 fest im Griff zu haben, sondern fuhr auch noch zweimal im Regen mit Tagessieg aufs begehrte Treppchen, welches von 90 eingeschrieben TWC Teams so heiß begehrt wird.

Zählt die Serie doch sportlich gesehen zu den Anspruchsvollsten im historischen Kalender. Auch Newcomer Moritz Horn, der Zusammen mit Peter Oberndorfer im Alpina M3 E30 desöfteren durchblitzen ließ, welches fahrerische Talent in ihm steckt, schien um Mitte der Saison um den Titel mitkämpfen zu können, jedoch fehlte dem Pro-Am Team am Ende das dazu notwendige Quäntchen Glück.

Immerhin verteidigten sie Platz Drei im Gesamtklassement, was definitiv ein großer Erfolg ist. So bleibt dem jungen, europäischen Ex-Kartfahrer wenigstens noch Potential nach Oben, was er definitiv nutzen und umsetzen wird.

Der scheinbar undankbare vierte Platz geht indes an Albrecht Kamenzin, der im BMW 325 DTC zwar kontinuierlich punktete aber am Ende hauchdünn das Meisteschaftstreppchen verfehlt.

“Ich bin hier um Spaß zu haben”, konstatiert der gebürtige Schwabe souverän und lässt keinen Zweifel offen, dass es ihm und seiner Familie vor allem um die Sache selbst geht. Ein vierter Gesamtplatz in diesem Feld ist mehr als aller Achtung wert. Herzlichen Glückwunsch, Albrecht.

Die Klassen-Meister der Saison im Überblick:

  • A-88: Jan van Elderen (NL), Ford Sierra RS500, ex 24h SPA, 1986
  • A-98: Klaus Niesen (D), Volvo 850 Gruppe A, ex 24h GEMEC, 1996
  • DTM-92: Steffen Lykke Gregersen (DK), BMW M3 DTM ex Schaumberger, 1990
  • DTM-88: Marc Seesing (NL), BMW M3 Gruppe A “FAST MARC”, 1987
  • DTM-86: Michael Hahn (D), BMW E30 325 Gruppe A, ex Rene Lezard LUI, 1986
  • STC: Yannik Trautwein (D), BMW E36 STW, ex Cibiemme, 1998
  • DTC: Albrecht Kamenzin (D), BMW E30 325 DTC, 1984
  • Classic: Lukasz Rawecki & Szymon Waskowski (PL), BMW E21 Grup. 2, Jägerm., 1981

Profiwertung der ex DTM-ETCC Fahrer TWC/GT-C kombiniert:

  1. Peter Oberndorfer (D), BMW M3 Alpina, ex ALPINA DTM, 1988 
  2. Peter Mücke (D), Ford Capri Turbo, ex Zakspeed, 1981
  3. Fred Krab (NL), BMW M3 Gruppe A, Mobil1, 1988 
  4. Harald Grohs (D), BMW E30 DTM, ex Vogelsang, 1987 
  5. Roland Asch (D), Mercedes 190 EVO2/Kl 1, ex AMG Debis, 1991
  6. Kris Nissen (DK), BMW E30 DTM, Schnitzer Tribute, 1990
  7. Altfrid Heger (D), BMW E30 DTM, ex Bigazzi, 1991 
  8. Prinz Leopold von Bayern (D), BMW 2002 Gruppe 2, 1971 
  9. Olaf Manthey (D), Porsche 993 RSR, ex Manthey Racing, 1996 
  10. Volker Schneider (D), Ford Sierra RS500, LUI, 1987 
  11. Stefan Mücke (D), Ford Sierra RS500, ex BTCC, 1990
  12. Armin Hahne (D), BMW E21 Gruppe 2, 1981
  13. Alexander Burgstaller (D), Opel Vectra STW, ex Holzer, 1997
  14. Jürg Dürig (D), BMW 635 Gruppe 2, ex Eggenberger, 1979

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