
Ob im ADAC GT Masters, der DTM, der FIA World Endurance Championship (WEC), der GT World Challenge Asia, der IMSA WeatherTech SportsCar Championship, der Intercontinental GT Challenge oder der Nürburgring Langstrecken-Serie, seit drei Jahren sorgt der aktuelle Porsche 911 GT3 R (992) mit seinem KW V6 Racing Fahrwerk für sportliche Schlagzeilen.
Der Porsche 911 GT3 R wurde entwickelt, um zu gewinnen – und das hat er in der jüngsten Vergangenheit zu Genüge: IMSA, DTM, Le Mans, 6h-Rennen Spa-Francorchamps, 12h-Rennen in Bathurst und Sebring sowie zahlreiche Siege bei der NLS. Nun hat Porsche Motorsport am vergangenen DTM-Wochenende die überarbeitete Variante für die Saison 2026 vorgestellt.

Der neue 911 GT3 R Kundensportwagen ist in vielen Details überarbeitet worden und am einfachsten an den zusätzlichen Entlüftungsöffnungen in den vorderen Kotflügeln zu erkennen. Damit hat Porsche Motorsport die Aerodynamik verfeinert.

Und die Aerodynamik wird bei GT3-Rennwagen immer wichtiger. Denn egal, um welches Fahrzeug es sich gemäß GT3-Reglement handelt, die Aerolast hat über die Jahre stetig zugenommen. Bei langen Topspeedphasen, wie etwa auf der Döttinger Höhe auf der Nürburgring Nordschleife, liegt der Abtrieb bei rund 900 Kilogramm, was etwa zwei Drittel des Fahrzeuggewichts entspricht.

Im Zusammenspiel mit der angepassten Kinematik der Doppelquerlenker-Vorderachse und den KW V6 Racing Dämpfern erreicht der Sportwagenhersteller eine bessere Kraftabstützung des Vorderwagens beim Anbremsen, wodurch eine Verschiebung der Aerobalance verhindert wird. Zudem bleibt der Rennwagen leichter kontrollierbar.

Beim 2026er Porsche 911 GT3 R ist der Unterboden nun vollständig verkleidet, und der Heckflügel erhielt eine etwas größere Gurney-Lippe. Wie an der Vorderachse wurde auch die Kinematik der Antriebsachse überarbeitet. Die Rennsportingenieure sprechen vom sogenannten Anti-Squat-Wert. Dadurch taucht der Hinterwagen bei starker Beschleunigung weniger ein, was die dynamische Achslastverteilung optimiert.
Um nicht mehr einen Laptop anschließen zu müssen, verfügt der neue Rennwagen über eine sogenannte Remote Logger Unit, die alle Fahrdaten auf einem USB-Stick speichert. Dieser lässt sich beim Boxenstopp einfach schnell austauschen.

Interessanterweise können mit den neuen Detailverbesserungen auch aktuelle Porsche 911 GT3 R auf Basis der 992-Generation nachgerüstet werden. Dazu zählen etwa zusätzliche Kühlung für die Servolenkung, neue Keramikradlager und andere Zentrierspitzen für die einfachere Montage der Antriebswellen. Über eine eigene Luftzuführung werden die Gelenkwellen nun belüftet. Auch die Belüftung der Hinterachsbremse lässt sich nun individuell anpassen.

Ab Werk liefert Porsche Motorsport den geupdateten GT3 R mit vier Laser-Fahrhöhensensoren, zwei Hauptbremszylinder-Potentiometer, einem Streckentemperatursensor sowie einer Rückfahrkamera und Halterungen für das Trinkflaschensystem aus. Neu ist auch ein Sensor, der registriert, wenn der Tankrüssel aufgesetzt wird, und zusätzlich wird über eine Betankungs-LED über die Tankmindestzeit und Spritmenge informiert. Das, was heute Serie ist, waren früher optionale Pakete wie das Sensorpaket, Langstreckenpaket, Kamerapaket und Pitlane-Links-Paket.

Optional sind für den Porsche 911 GT3 R auch weitere Ausstattungsumfänge erhältlich, wie etwa für die FIA LMGT3-Klasse und IMSA spezielle Achswellen und für die NLS einen angepassten Vorschalldämpfer analog zur LMGT3 sowie Flügelstützen mit einem geänderten Einstellbereich.

Die Leistung des 4,2-Liter-Sechszylinderboxermotors, der je nach Balance-of-Performance-Einstufung bis zu 565 PS (416 kW) leistet, blieb unverändert. Unverändert bleibt auch, dass Porsche Motorsport weiterhin das fünffach einstellbare KW V6 Racing Fahrwerk auf Basis unserer Solid-Piston-Technologie nutzt.

Nur im Detail haben wir die Ventilbestückung etwas geupdatet, wodurch sich aber nichts Elementares am V6 Racing Dämpfer ändert. Schließlich entwickeln wir all unsere Fahrwerke immer weiter.

Zum Preis von 573.000 Euro netto wird der neue Porsche 911 GT3 R angeboten. Das Nachrüstkit wird ab 41.500 Euro netto angeboten. Insgesamt hat Porsche Motorsport vom Porsche 911 GT3 R (992) 106 Exemplare ausgeliefert.
Fotos Porsche

