
Pikes Peak. Wer auch nur ein bisschen Benzin im Blut hat, dem läuft schon beim Klang dieses Namens ein Schauer den Rücken runter und der bekommt eine Gänsehaut. Das Pikes Peak International Hill Climb alias „Race to the Clouds“ ist kein gewöhnliches Bergrennen.
Knapp 20 Kilometer. 156 Kurven. Über 1.430 Höhenmeter. Keine Leitplanken, kein Netz – nur Asphalt, Fels, Abgrund und die Angst fährt seit 1916 mit. Das Race to the Clouds ist legendär und durch Walter Röhrls Gipfelsturm 1987, als erstmals die 11-Minuten-Marke auf der damaligen Schotterpiste unterboten wurde, auch in Deutschland bekannt. Seit einigen Jahren sind wir mit unserer Marke KW suspensions direkt dabei.

Denn immer wieder nehmen in den verschiedenen Wertungsklassen Rennwagen und Konzeptfahrzeuge am Gipfelsturm teil und setzen dabei auf unser Fahrwerkengineering. Ob eine Replika des Audi Sport Quattro S1, Porsche 935, Ken Blocks Hoonipigigasus, Porsche 911 GT2 RS Clubsport, Tesla Model 3 oder Mad Mikes Mazda 3 „Bullet“ mit 1400 PS Wankel-Turbo-Power sind nur einige der Teilnehmer, die mit KW in den Rocky Mountains starten.

Bereits seit mehreren Jahren unterstützen wir mit unserem Engineering auch den Automobilhersteller Ford wenn er beim Pikes Peak International Hill Climb mit seinen elektrisierten Konzeptfahrzeugen antritt. Das ging damals alles Mitte 2021 mit dem Ford Pro Electric SuperVan Concept für das Goodwood Festival of Speed 2022 los. Dieser Van ist im Grunde für die aktuellen „Pikes Peak“-Boliden von Ford der geistige Vater.

So gewann Ford mit dem F-150 Lightning SuperTruck 2024 mit einer Zeit von 8:53,553 Minuten den Gipfelsturm. Am Steuer? Natürlich Romain Dumas. Der auch 2026 wieder den Pikes Peak eroberte. Diesmal mit dem Ford Super Mustang Mach-E EV Demonstrator und einer Zeit von 8:18,202 Minuten.

Für Romain Dumas ist es der sechste Gesamtsieg am Pikes Peak. Für uns ist es das vierte gemeinsame Projekt mit STARD und Ford – nach dem Ford Pro Electric SuperVan Concept, dem Ford SuperVan 4.2 und dem Ford F-150 Lightning SuperTruck aus dem Jahr 2024. Bestimmt erinnert ihr euch auch noch an Romain Dumas‘ Bestzeit beim Goodwood Festival of Speed 2025 – ebenfalls im Ford F-150 Lightning SuperTruck.

Was das Pikes Peak International Hill Climb von jedem anderen Bergrennen und Rennen auf der Rundstrecke unterscheidet, ist der Austragungsort an sich. Die Strecke beginnt auf etwa 2.860 Metern und endet auf 4.300 Metern Höhe. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter sinkt die Luftdichte und damit die Effizienz des Fahrzeugs. Verbrennungsmotoren verlieren mit jedem Höhenmeter an Leistung und auch der Anpressdruck nimmt ab.

Pro 1.000 Höhenmeter verlieren reine Saugmotoren knapp zehn Prozent an Leistung, weshalb jahrelang am Pikes Peak mit Turbo- oder Kompressormotoren dagegen gesteuert wurde. Schließlich je dünner die Luft, umso schneller drehen die Turbos und können überhitzen – aber auch ein Turbomotor verliert etwas an Leistung. So war es nur eine Frage der Zeit, dass immer mehr Teilnehmer beim „Race to the Clouds“ auf Elektroantrieb setzen.

Wie den Lightning Supertruck und die verschiedenen Ausbaustufen des Ford Pro Electric SuperVan Concept beziehungsweise Ford SuperVan 4.2 entwickelte Ford auch den Mach-E EV Demonstrator gemeinsam mit den Rallye- und Motorsportspezialisten STARD (Stahl Advanced Research and Development) aus Österreich.

Für mächtig „Dampf an der Kette“ des Ford Super Mustang Mach-E EV Demonstrators sorgen drei UHP 6-Phasen-Motoren von STARD. Diese Elektromotoren unterscheiden sich von konventionellen Motoren aus der Serie vor allem dadurch, dass sie insgesamt sechs Stromleitungen (Phasen) nutzen. Einfach ausgedrückt, wird jeder einzelne Motor über sechs Leitungen mit Wechselstrom versorgt, um im Inneren ein drehendes Magnetfeld zu erzeugen.
Dadurch lässt sich auf engstem Raum eine vielfach höhere Strommenge einspeisen, was eine enorme Leistungsdichte des Motors ermöglicht. Nebenbei entsteht auch ein viel homogeneres Magnetfeld, das die Antriebswelle im Motor antreibt. Die Kraftentfaltung ist viel gleichmäßiger und präziser kontrollierbar. Ein weiterer großer Vorteil ist die Ausfallsicherheit: Fällt bei einem herkömmlichen 3-Phasen-Motor ein Stromkreis aus, bleibt der Motor in der Regel sofort stehen. Ein 6-Phasen-Motor hingegen läuft in einem solchen Fall mit reduzierter Leistung einfach weiter.

Die drei E-Motoren von STARD liefern zusammen mehr als 1400 PS. Für die Energieversorgung nutzen Ford und STARD leichte Li-Polymer-NMC-Pouch-Zellen mit 50 kWh Kapazität. Der Akku ist etwa 118 kg leichter als im Ford F-150 Lightning SuperTruck, bei unveränderter Systemspannung von 799 Volt. Zusätzlich rekuperiert der Speicher eine Bremsleistung von bis zu 710 kW.

War schon der F-150 Lightning SuperTruck mit einem Anpressdruck von 2,7 Tonnen bei 241 Sachen ein „Aerodynamikmonster“, legt der Mach-E EV Demonstrator noch eine ordentliche Schippe oben drauf. In der Pikes-Peak-Abstimmung erzeugt der EV Demonstrator bei 241 km/h (150 mph) mit seiner aktiven Aero einen Abtrieb von rund 3,1 Tonnen (6.900 lbs).

Dadurch hat unser Fahrwerk bei dem knapp 20 Kilometer langen Gipfelsturm mit 156 Kurven richtig viel zu tun. Aber es wird noch verrückter. Denn im „Road-Course-Setup“ und bei einer Geschwindigkeit von 322 km/h (200 mph) erzeugte die Aero im Windkanal einen Abtrieb von rund 5,4 Tonnen (12.000 lbs)!

Der Super Mustang Mach-E verfügt über eine Doppelquerlenker-Radaufhängung mit Pushrod-Anbindung. Über Druckstangen (Pushrods) und Umlenkhebel (Rocker) werden die Radbewegungen auf zentral im Fahrzeug platzierte, fünffach leistungseinstellbare KW V6 Racing Dämpfer übertragen.
Diese Fahrwerksauslegung mit Pushrod-Anbindung ermöglicht eine präzise Anpassung des Übersetzungsverhältnisses zwischen Radhub und Dämpferweg. Gleichzeitig verbessert die zentrale Positionierung der Dämpfer die Gewichtsverteilung und minimiert aerodynamische Störungen. Besonders auffällig an der gemeinsam von STARD und Ford entwickelten Aufhängung ist unser dritter Dämpfer; dabei handelt es sich um den vierfach einstellbaren KW V5 Racing Dämpfer als sogenanntes „Third Element“ an beiden Achsen.

Während die beiden äußeren KW Dämpfer hauptsächlich die Einzelrad- und Rollbewegungen kontrollieren, übernimmt der mittige KW V5 Racing als Third Element gezielt die Dämpfung von Pitch-Bewegungen; sprich die Nickbewegungen beim Bremsen, Beschleunigen oder Lastwechseln. An der Hinterachse ist die Konstruktion noch robuster ausgeführt; die Dämpfer stehen dort senkrecht, während sie an der Vorderachse eher waagrecht eingebaut sind. Im Zusammenspiel sorgt diese spezielle Auslegung für eine stabile Fahrzeugplattform unter hoher aerodynamischer Last, generiert der Ford Super Mustang Mach-E EV Demonstrator am Pikes Peak doch einen Abtrieb von rund 3,1 Tonnen.

Pikes Peak und Romain Dumas sind im Grunde eine eigene Geschichte, denn der schnelle Franzose hält den bis heute gültigen Allzeit-Streckenrekord von 7:57,148 Minuten. Nachdem er 2024 im F-150 Lightning SuperTruck eine Zeit von 8:53,553 Minuten in den Asphalt brannte, krönte er sich mit dem Ford Super Mustang Mach-E EV Demonstrator und einer Fabelzeit von 8:18,202 Minuten erneut zum „King of the Mountain“ auf Amerikas ältester Bergrennstrecke. Dieser erneute Erfolg unterstreicht auch unseren eigenen Anspruch: Als langjähriger Partner des KW Berg Cups und durch unser erfolgreiches Motorsport-Engagement am Berg sowie auf der Rundstrecke zeigen wir hier einmal mehr unsere kompromisslose Leistungsfähigkeit auf absolutem Weltklasse-Niveau.
Fotos Ford, PPIHC, Archiv

