
Fast 100 Jahre Erfahrung, Leidenschaft, Ingenieurskunst und die Liebe zum Automobil in einem Familienunternehmen und dann noch seit über 40 Jahren als Automobilhersteller anerkannt zu sein, kann es noch besser werden?

Ja, denn mitten in Bayern werden keine x-beliebigen Autos gebaut, sondern Sportwagen. Handgefertigt. Von einer kleinen Mannschaft von rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die alle mit Herzblut bei der Sache sind.
Das Beste daran, jedes einzelne Modell ist weder ein kompromissloser Rennwagen noch eine überzüchtete PS-Schleuder. Es sind Meisterwerke. Ein Ruf eben. Von Anfang an.
Fahrspaß ungefiltert, pur und einfach überwältigend
Ein Ruf ist im Grunde die Quintessenz eines klassischen Porsche 911 auf die Spitze der Perfektion getrieben. Das tut Ruf schon ziemlich lange. In den Achtzigerjahren modifizierte Ruf Porsche-Serienkarossen, verschrieb ihnen eine Leichtbaudiät mit Aluminium und fuhr beispielsweise mit dem legendären Ruf CTR „Yellowbird“ alias Gruppe C Turbo Ruf in den Sportwagenolymp.
Selbst heute ist das so, nur dass in ausgewählten Modellen wie dem Ruf CTR Anniversary, Ruf CTR3 Evo oder Ruf Tribute Fahrwerktechnologie aus Fichtenberg steckt.

Auch im hier vorgestellten neuaufgelegten Ruf SCR arbeiteten wir Hand in Hand mit der Ruf Entwicklungsabteilung zusammen. Denn auch der Ruf SCR ist ein Wolf im Schafspelz. Auf den ersten Blick sieht der Ruf zeitlos schick wie ein Porsche 911 der 964-Baureihe aus. Aber das war es schon. Denn der SCR ist etwas breiter, flacher, kürzer, leichter und noch viel mehr.

Nur fragen wir uns gerade, was ist denn nun das absolute Highlight am SCR? Im Grunde jedes einzelne Bauteil und das fängt schon beim Motor an. Denn im Heck sitzt ein neuentwickelter Ruf-Boxermotor mit Einzeldrosselklappen und Saugrohreinspritzung.

Der Sechsender hat einen Hubraum von 4,0 Litern, dreht bis in den Drehzahlhimmel von 8.270 Touren und wuchtet dabei 510 PS (375 kW) in das ZF-Sechsgangschaltgetriebe. Aus dem Stand katapultiert der SCR innerhalb von 3,4 Sekunden auf Tempo 100. Nach 11,9 Sekunden ist „200-km/h-Mauer“ durchbrochen. Das Ganze ohne Turbo und mit einem schönen Drehzahlband, das den gesamten Bereich durchzugsstark ist und schon bei 5.760/min ein maximales Drehmoment von 470 Nm hat. Herrlich!

320 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit, was aber in unseren Augen gar kein Highlight ist, sondern ein nüchterner Fakt. Denn der SCR ist weder auf der Autobahn oder Rennstrecken zu Hause, sondern sein Revier sind Passstraßen oder Touren durch das wunderschöne bayrische Alpenvorland – aber nicht nur dort.
Dem Leichtbau ist technisch alles untergeordnet

Dass der Ruf SCR auf jeder Straße und in jeder Situation so viel Spaß macht, liegt nicht nur am Motor, sondern am leichten Kampfgewicht. Der SCR basiert im Grunde auf einem 80 kg leichten Carbon-Monocoque in Kombination mit integriertem Leichtbaustahlkäfig.

Dazu ist die gesamte Karosse inklusive Kotflügel, Dach, Seitenteilen und Co. aus leichter Kohlefaser gefertigt. Leichtbau steht eben an oberster Stelle beim neuaufgelegten Ruf SCR und so sind die vordere und hintere Crash-Rahmenstruktur ebenfalls aus einem hochfesten Leichtbaustahl.

Unterstrichen wird das Leichtbaukonzept beim 1.250 Kilogramm wiegenden Ruf SCR durch die Radaufhängung mit ihren Doppelquerlenkern und der Pushrod-Anbindung. Statt MacPherson-Federbeinen sitzen die KW-Dämpfer und KW-Federn deutlich zentraler im Fahrzeug, näher am Carbon-Monocoque und damit am Fahrzeugmittelpunkt. Eine dünne Druckstange, die sogenannte Pushrod, überträgt die Auf- und Abbewegungen jedes Rades über einen Umlenkhebel direkt auf den jeweiligen Dämpfer.

Die Doppelquerlenker übernehmen ausschließlich die Radführung. Dadurch sinkt das ungefederte Gewicht spürbar, die Räder, Reifen, Bremsscheiben und der Radträger werden leichter und folgen der Fahrbahn präziser. Damit die ungefederten Massen so niedrig wie möglich sind, gibt es eine Bremsanlage mit Keramikscheiben. Leichtgewichte sind auch die 19-Zoll Räder mit Zentralverschluss.

Kontrollierte Perfektion in jeder Situation

Aufgebaut sind die Dämpfer nach unserem Solid-Piston-Prinzip, das wir bei KW Fahrwerken wie etwa KW V5, KW V5 Clubsport, KW V5 Racing und KW V6 Racing Dämpfern sowie ausgewählten DDC Gewindefahrwerken ebenfalls nutzen.

Für den Ruf SCR entwickelten wir semiaktive Dämpfer, die über zwei getrennt geregelte elektromagnetische Proportionalventile für die Druck- und Zugstufe verfügen. Über vier Rad- und drei Aufbaubeschleunigungssensoren sowie unser Fahrwerksteuergerät werden bis zu 1000 Mal pro Sekunde die vertikale Radbeschleunigung, Aufbau- und Wankneigung, Nicken, Lenkwinkel und Fahrzeuggeschwindigkeit ausgewertet. In Echtzeit regelt das Fahrwerksteuergerät die Ventile, die im Bruchteil eines Augenblinzelns innerhalb von zwölf Millisekunden eine andere Kraft stellen.

Im Rahmen physikalischer Grenzen gleichen die Dämpfer sportlich-harmonisch Unebenheiten für eine bessere Traktion aus, verbessern die Straßenlage und unterstützen das Ruf-typische Handling. Jede Lenkbewegung wird direkt umgesetzt und der Ruf SCR giert richtig nach Kurven. Es ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und man könnte mit SCR eigentlich ins Büro pendeln oder ihn für den Alltag bei Wind und Wetter nutzen.

Ein Detail, das die Alltagstauglichkeit dabei perfekt unterstreicht, ist unser KW HLS Evolution. So sind die Dämpfer mit zwei hydraulischen Hubzylindern erweitert, die auf Knopfdruck den Vorderbau um 45 mm anheben. Temposchwellen oder steile Garageneinfahrten sind kein Hindernis mehr. Purismus ja, aber bitte ohne Kratzer am Carbon-Unterboden.

Zwar ist der Ruf SCR eine wunderschöne puristische Fahrmaschine, ohne dass es in der Fahrgastzelle so spartanisch, wie in einem Rennwagen zugehen muss. Sämtliche Elemente tragen edles Leder oder Velours und die Fahrgastzelle strahlt dabei Ruhe aus.

Aufgrund der Push-Rod-Aufhängung ist der Ruf SCR ein reiner Zweisitzer 
Der Ruf SCR dreht bis in den Drehzahlhimmel 
Leichte 1.250 Kilogramm wiegt ein aktueller Ruf SCR
Klar, die Sportschalen sind nicht so komfortabel wie Großvaters Ohrensessel aber das wollen Fahrer eines Rufs auch nicht. Sie wollen Fahren. Unverfälscht. Deshalb gibt es weder elektronische Helferlein wie Spurhalteassistenten oder Erinnerungen ans Tempolimit – als einzigen Rettungsanker gibt es im Grunde nur ABS und die freiwillige Selbstkontrolle …
Fotos Ruf Automobile, KW




