VTEC kicked in, yo! Honda-Power für einen Porsche 911

Jetzt müssen eingefleischte Porsche-Puristen starke Nerven haben, denn wir sind auf der “SEMA Show” in Las Vegas unterwegs und dort hält sich so mancher 911er-Fan nicht mit Konventionen auf. Während anderswo klassische Porsche 911, egal in welchem technischen miserablen Zustand sie auch sein sollten, aufwendig klassisch restauriert werden, ist das in Nordamerika etwas anders. Eigentlich viel verrückter.

Der Werterhalt oder eine scheckheftgepflegte Wertanlage ist in der US-Customizingszene weit weniger gefragt, als es hierzulande of der Fall ist. Was auf gut Deutsch bei uns ein VW Golf I GTI ist, ist in den USA oftmals ein alter Porsche 911. Dieses G-Modell parkte 2018 auf dem Messestand von Turn14Distribution und war natürlich mit seinen japanischen Bride-Schalensitzen und eingeschweißtem Patrick Motorsports Überrollbügel ganz auf Racing “gebürstet”.

Puren Sport vermittelt natürlich auch das Armaturenbrett mit seinem abnehmbaren und geschüsselten Sportlenkrad sowie den Raceline-Lochblechen. Das klassische Porsche-Armaturenbrett erhielt genauso wie die Türverkleidungen einen Alcantara-Überzug und die untere Hälfte wurde ebenfalls mit Blech verkleidet. Aus der Reihe springen die “modernen” Defi-Zusatzinstrumente und der große weiße bis 11.000 Touren (!) drehende Drehzahlmesser. Spätestens jetzt schwant Porsche-Puristen Unheil.

Der unter der Carbonverkleidung versteckte “Wasserkühler” und der Radium Motorsporttank lassen spätestens auch uns jetzt stutzig werden. Hat da nicht schon wieder jemand auf einen V8-Motor von General Motors gewechselt und den Porsche Sechszylinder-Boxermotor aufs Altenteil gesetzt? Was für Porsche-Fans ein Sakrileg ist, ist in den USA ein großes Geschäft. Die “Corvette V8” werden offiziell zum Nachrüsten ab 9.705 US-$ (ohne Steuern) direkt bei Chevy angeboten und zig Firmen haben sich auf den “Engine-Swap” (Motorwechsel) spezialisiert, um den V8 in diverse Fabrikate einbauen zu können.

Ein V8 im Porsche wäre aber schon zu normal für die SEMA Show 2018 gewesen und so verbirgt sich in diesem G-Modell der Motor aus einem Acura RSX Type S mit 200 PS Serienleistung. In einem Porsche sind selbstverständlich 200 PS nicht die Welt und kurzerhand rüsteten die Amerikaner einen Garrett GTX 3076 Turbo nach. Neben dem ganzen Kühlkreislauf und der benötigten Elektronik wurde auch das Innenleben des Vierzylinders mit überarbeitet – schließlich dreht der Vierzylinder weit über 9.500 Touren.

Die hinteren Seitenfenster wichen Plexiglasscheiben mit integrierten Belüftungsöffnungen und über die Schläuche wird der Honda-Motor mit Frischluft versorgt, während an der Front der Wasserkühler sitzt.

Dank Eigenbau-Adapter und angepasster Schwungscheibe konnte ein Porsche 915-Schaltgetriebe mit dem Honda-Motor genutzt werden. Warum Scotty G. überhaupt den Honda-Motor eingebaut hat, ist schnell erklärt. “Ich bin früher einen Evo gefahren und mag einfach die hochdrehenden Motoren aus Japan. Und warum auch mal nicht so einen Motor in einen Porsche bauen?” Als Scotty den klassischen 911er kaufte, war der alte Boxer schon längst ausgebaut und ein V8 eingebaut. Auch die Karosserie hatte schon die breiteren Porsche Turbo Radhäuser. “Mit dem V8 war ich einfach nicht glücklich und dann hatte ich einfach die verrückte Idee mit dem Honda-Motor.” Auf die Frage wie viel Leistung sein “Honda-Porsche” denn nun eigentlich hat, meint er ganz lapidar viel, viel mehr als der alte Turbo.

Während Scotty 2017 noch mit HRE Performance Wheels unterwegs war, hat er zur SEMA 9,5 und 12 x 18 Zoll große Volk Racing TE37V Leichtmetallfelgen montiert. Bei der Bremsanlage handelt es sich um eine angepasste Porsche 911 (996) Bremse mit Rebel Racing Scheiben, Rebel Racing Adpatern. An der Hinterachse rüstete er auf die Bremse vom Porsche 911 (930) um. Vom legendären Turbo stammt auch der Bremshauptzylinder.

KW Clubsport 2-Way Fahrwerk für Porsche 911 G-Modell

Beim Fahrwerk setzt Scotty auf unser KW Clubsport Gewindefahrwerk, das genauso wie unser Variante 3 Dämpfersatz für die klassischen Porsche 911 (G-Modelle), über geschmiedetete Achsschenkel verfügt. Fester Bestandteil des Lieferumfangs beim KW Clubsport Gewindefahrwerk sind auch die einstellbaren Unibaldomlager.

Dadurch ist der Einbau viel einfacher und es müssen die alten Dämpfergehäuse nicht aufwendig modifiziert und die originalen Befestigungspunkte können selbstverständlich weiter genutzt werden. Beim KW Clubsport Gewindefahrwerk kann im Gegensatz zum KW Variante 3 Klassikfahrwerk auf die Weiterverwendung der originalen Drehstabfedern verzichtet werden.

Neben dem KW Clubsport Gewindefahrwerk und dem erwähnten KW Variante 3 Dämpfersatz haben wir für alle klassische Porsche 911 Enthusiasten auch noch verschiedene Rennsportfahrwerke im Lieferangebot – u.a. auch noch Rallye-Versionen für die sogenannten Porsche Safari.

Bei den gelb getönten Scheinwerfern handelt es sich übrigens um einen Eigenbau. Das Innenleben der Scheinwerfer stammt nämlich von der Infinit Q45 Oberklassenlimousine womit sich der “JDM-Kreislauf” an diesem Porsche perfekt abgerundet wird.

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