Alltag oder Trackday? DDC oder Clubsport? Welches Fahrwerk soll man denn nun eigentlich kaufen?

Bei vielen modernen Fahrzeugen sind elektronisch einstellbare Fahrwerke ein fester Bestandteil der Serienausstattung. Je nach persönlicher Ansichtssache ist dies entweder ein Fluch oder ein Segen. In diesem Blog-Post beleuchten wir das Thema ein wenig näher. Dazu leihen wir uns aber nicht nur eine Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio von der Garage-Pneuhaus Carlone AG aus der schönen Schweiz aus.

Während sich der eine freut, dass er im festen Glauben diverser Marketingsprechblasen dank eines elektronischen Serienfahrwerks auf Knopfdruck seinen Wagen in ein kompromissloses Tracktool für die Nordschleife verwandeln kann, haben eingefleischte Trackday-Fahrer für solche Werbebotschaften nur ein müdes Lächeln übrig und ersetzen diese beworbenen Serienfahrwerke sofort.

Warum das so ist, ist eigentlich ganz schnell erklärt. Während beispielsweise bei einem von Grund auf für die Rennstrecke konzipiertem Motorsportfahrwerk der harte Wettbewerbseinsatz mit einem Rennwagen mit Motorsportreifen im Fokus steht, geht man ehrlicherweise bei der Entwicklung eines Gewindefahrwerks für die Straße den einen oder anderen Kompromiss ein.

Der KW Fachhandelspartner und Nordschleifenexperte Dipl-Ing. Udo Frey hat vor einiger Zeit einmal anhand eines Hyundai i30 N, der ab Werk mit einem adaptiven Serienfahrwerk ausgerüstet ist, die Grüne Hölle erobert. Dabei prüfte er das Serienfahrwerk auf Herz und Nieren und wechselte auf ein KW Clubsport, dass dort in allen Belangen das Serienfahrwerk übertrifft:

“Das adaptive Serienfahrwerk im i30 N macht Spaß – ohne Frage und ist sehr sicher im Fahrverhalten abgestimmt, aber für schnelle Rundenzeiten ist mehr Grip und zuverlässige Dämpfung an den richtigen Streckenabschnitten gefragt. Egal, in welchem Seriendämpfungsmodi, entweder springt der Wagen bei kurzen Stößen mehr und in Kurven neigt er zum Wanken. Fährt man im Alltag mit dem KW Clubsport, dann ist bei moderater Sturzeinstellung das Fahren ebenso ein Freude, wie auf der Nordschleife – denn: Jeder lobt, was Nürburgring erprobt!”

Wer mehr zum Hyundai i30 N mit einem KW Clubsport lesen möchte, kann dies übrigens hier auf unserem KW automotive Blog tun.

Größerer Kompromiss bei einem Straßenauto?

Dass bei einem Straßenauto die gesamte Fahrzeugkonstruktion ein großer Kompromiss ist, müsste jedem klar sein. Jede Straße, jeder Fahrer, jedes Auto – sogar aus derselben Baureihe – und ja selbst jeder Reifen ist anders, dazu braucht es nicht mal ein besonders feinfühliges Popometer. Es heißt ja bei KW suspensions nicht einfach aufs Geradewohl “Für jeden Anspruch das richtige Fahrwerk”.

Selbst bei einem 2-fach und 3-fach leistungseinstellbaren KW Clubsport Gewindefahrwerk machen wir bei der Fahrwerkentwicklung den Kompromiss, dass das Fahrwerk über ein Teilegutachten verfügt und neben einer ausgezeichneten Performance bei Rennstreckenausflügen natürlich auch im Alltag funktionieren muss.

Bei einem reinen Straßenfahrwerk, wie etwa dem KW Gewindefahrwerk Variante 1, Variante 2, Variante 3, Variante 4, Variante 5 und einem adaptiven KW DDC plug&play bzw. DDC ECU Gewindefahrwerk, liegen dagegen die Anforderungen, dass das Fahrwerk meist oder ständig nur im Alltag in einem Automobil im seriennahen Zustand sportlich gefahren wird – Sommer wie Winter und noch viel wichtiger, mit oder ohne Schwiegermutter an Bord.

BMW 5er G30 Limousine mit KW Variante 3 Gewindefahrwerk

Die Entwicklung von Serienfahrzeugen wird dagegen noch von weiteren Faktoren beeinflusst. Je nachdem in welchem Segment (A-Segment z.B. Fiat 500, B-Segment z.B. VW Polo, C-Segment z.B. Ford Focus RS, D-Segment z.B. Mercedes-Benz C-Klasse, E-Segment z.B. BMW 5er und F-Segment z.B. Ferrari 458) das jeweilige Automodell angesiedelt ist, verfügt es über dieses oder jenes Ausstattungs- und Technologieniveau. Hinzu kommt auch, für welche Zielgruppe das jeweilige Fahrzeug konzipiert wurde.

Egal, für welches KW Gewindefahrwerk ihr Euch am Ende des Tages entscheidet, alle steigern in ihrem zugeordneten Bereich – “Track Performance”, “Street Performance” und “Street Comfort” die Fahrdynamik und setzen neben der stufenlosen Tieferlegung mehr oder weniger stark den Restfahrkomfort oder sogar den Gewinn an Fahrkomfort in den Fokus.

Für jeden TT RS das richtige Fahrwerk von KW

Während bei Ausflügen auf die Rennstrecke mit einem Clubsport-Fahrwerk eher der Gewinn der Fahrdynamik als eine Steigerung des Fahr- und Abrollkomforts im Vordergrund steht, ist es dagegen verständlich, dass bei einem adaptiven KW DDC Gewindefahrwerk der Alltagsfahrkomfort viel mehr in den Mittelpunkt rückt.

Aber was macht ein KW DDC plug&play Gewindefahrwerk so besonders?

Neben dem unkomplizierten Einbau eines KW DDC plug&play Gewindefahrwerks und der Kompatibilität mit den wichtigsten sowie am verbreitesten Dämpferregelsystemen auf dem Markt, freuen sich viele KW DDC plug&play Fahrer darüber, dass es einfach so harmonisch im Alltag fährt.

DDC plug&play für Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio

Dass soll nun nicht heißen, dass beispielsweise ein adaptives KW DDC plug&play Gewindefahrwerk auf einer Rennstrecke nicht performt; dass tut es in der Theorie auch. Es übertrifft sogar dabei eine Vielzahl an Serienfahrwerken: Aber es kommt, wie ein KW Gewindefahrwerk aus der “KW Street Performance”-Kategorie, nicht an die Fahrdynamik und Leistung eines KW Clubsport Gewindefahrwerks oder gar eines KW Competition Rennsportfahrwerks heran.

Warum das so ist, liegt einfach daran, dass das KW DDC plug&play für den Alltag auf der Straße entwickelt worden ist. Im Alltag, egal ob auf der Autobahn, der Landstraße oder einer gut ausgebauten Bundesstraße, treten nie dieselben Kräfte, wie auf einer Rennstrecke auf. Dies ist auch einer der Gründe, warum etwa im Tourenwagenmotorsport keine sportlichen Serienautos, sondern echte Rennwagen starten. Einen aktuellen Porsche 911 turbo S für die Straße und einen Porsche 911 GT3 R Rennwagen trennt weit mehr, als nur die eine oder andere Schraube sowie das eine oder andere Komfortfeature …

All unsere KW Gewindefahrwerke in der “Street Performance”- und “Street Comfort”-Kategorie sind im Grunde nach unserer bekannten KW-Straßenabstimmungsphilosophie: “So straff wie nötig, so komfortabel wie möglich” abgestimmt; wobei wir beim KW Street Comfort sogar noch eine Nuance komfortabler unterwegs sind.

Beim KW DDC plug&play Gewindefahrwerk kommt hinzu, dass sich das Fahrverhalten per Knopfdruck in wenigen Millisekunden vom KW-typischen Fahrverhalten in einen komfortablen “Cruise-Modus” und einen verschärften “Sport-Modus” schalten lässt. Das gefällt natürlich auch unserem Schweizer Alfa-Fahrer.

Laut Guiseppe Carlone, der die Quadrifoglio mit einem KW DDC plug&play Gewindefahrwerk samt Pirelli P Zero Trofeo R Pneus ausrüstete, hat sich die ab Werk gute Straßenlage seines Alfa Romeos komplett verwandelt. Dass seine Giulia durch die Tieferlegung noch besser aussieht, kommt ja noch dazu!

“Die Limousine neigt sich selbst bei schnellen Lastwechseln kaum spürbar und fährt auf Knopfdruck sehr komfortabel sowie alltagstauglicher. Auch im Rennmodous ist das Fahrwerk beeindruckend. Es macht richtig Spaß damit.” Hinzu kommt, dass die Schweizer auch noch ein wenig an der Leistung ihrer “Bella Macchina” gedreht haben. Dank des “Carlone Trackpakets” mit Sportkatalysatoren und Softwareoptimierung wuchtet der BiTurbo-V6 nun 914 Nm und 603 PS in den Antriebsstrang! Auch mit dieser Leistungsexplosion kommen die bei uns in Fichtenberg per Hand aufgebauten KW DDC Dämpfer spielend zurecht.

Aber es kommt noch besser beim KW DDC plug&play. Da es mit zahlreichen elektronischen Regelsystemen kompatibel ist, wird es ja nach Fahrzeugmodell auch adaptiv gesteuert. Sozusagen passt es sich autonom auf die jeweilige Fahrsituation an; sofern die Serienfahrwerkregelelektronik eine adaptive Dämpfersteuerung unterstützt.

Unser KW DDC plug&play für den Ford Focus RS verfügt zwar über adaptive Dämpferventile, aber der RS ist durch seine vorgesehene Marktsegementierung ab Werk nicht mit einer adaptiven Fahrwerkselektronik ausgerüstet.

Seine Dämpfersteuerung reagiert sozusagen nicht auf Fahrimpulse, sondern, im RS ändert sich die Dämpfersteuerung nur auf Knopfdruck. Trotz der mehreren Fahrmodi gibt es im Focus RS im Grunde nur zwei Fahrwerkabstimmungen. Wie sich beispielsweise das DDC plug&play im Focus RS auf schlechten Straßen fährt, seht ihr im eingefügten Video.

Soll man sich nun ein adaptives Gewindefahrwerk kaufen oder nicht?

Das lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Hat Euer Fahrzeug ab Werk adaptive Dämpfer und ihr wollt regelmäßig auf Rennstrecken öfters als ein- bis zweimal im Jahr fahren, empfiehlt es sich ein mehrfach in den Druck- und Zugstufenkräften getrennt einstellbares Fahrwerk zu kaufen. Am besten ein Gewindefahrwerk, das auch für den regelmäßigen Trackday-Einsatz entwickelt wurde.

Eine Einfach- oder eine Parallelabstimmung wird Euch am Ende des Tages auf der Nordschleife oder einer anderen Rennstrecke nicht weiterbringen. Mit einem Clubsport-Fahrwerk oder einem Rennsportfahrwerk dagegen, fahrt ihr selbst mit einem untermotorisierten Tracktool dem einen oder anderen Supersportwagen um die Ohren …

Macht ihr einen großen Bogen um Rennstrecken und Euer Wagen verfügt ab Werk über adaptive Dämpfer, solltet ihr den Einbau eines KW DDC plug&play Gewindefahrwerks in Erwägung ziehen – sofern ihr unbedingt weiterhin diese Komfortfunktionen behalten wollt.

Im Nachhinein ist übrigens ein KW DDC plug&play Gewindefahrwerk für die Features, die es bietet, gar nicht mal so viel teurer wie beispielsweise eine Variante 3. Da der Einbau zusätzlicher “KW ESC Module” (Deaktivierung der Seriendämpfersteuerung) entfällt.

Für welche Fahrzeuge gibt es bereits unsere KW DDC plug&play Gewindefahrwerke?

Für immer mehr Fahrzeuge haben wir bereits unsere adaptiven KW DDC plug&play Gewindefahrwerk im Lieferangebot und bauen aktuell unser Programm weiter aus. Neben Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio (952) sind unsere elektronisch einstellbaren Fahrwerke für viele Modelle wie etwa Audi RS Q3 (F3), BMW 1er, BMW 2er, BMW 3er, BMW 4er, BMW X3, BMW X4, BMW M3 (F80), BMW M4 (F82, F83), Ford Focus III RS, Mercedes-Benz C-Klasse (W204), Mercedes-Benz E-Klasse (207), Seat Ateca (5FP), Seat Leon (5F), Skoda Kodiaq (NS), Skoda Octavia (5E), Skoda Superb III (3T, Modelljahr 2016), VW Bus T6, VW Golf, VW Passat (B6, B7, B8, 3C, 3CC), VW Scirocco (13), VW Tiguan II (5N) und weitere erhältlich.

Sollte es für Euer Fahrzeug leider kein adaptives Fahrwerk geben, beispielsweise arbeitete Audi früher nur mit einer sogenannten “Magnetic Ride” Technik, besteht auch die Möglichkeit eines adaptiven KW DDC ECU Gewindefahrwerk inklusive fahrzeugespezifischen Kabelbaum, KW Fahrwerksteuergerät und Co. nachzurüsten.

Fotos KW und verschiedene (RingRaceShoot, SthrnStnce, privat)

Related Posts