Alles über ST: KW Gründer Klaus Wohlfarth im Interview

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In unserem Interview erklärt Euch KW automotive Geschäftsführer Klaus Wohlfarth die strategische Entscheidung neben dem Lieferprogramm von „KW Gewindefahrwerke“ eine weitere Fahrwerkmarke international zu positionieren.

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Mit dem Lieferprogramm von „KW Gewindefahrwerke“ bieten Sie seit Jahren als Fahrwerkhersteller für jeden Anspruch das richtige Fahrwerk, warum etablieren Sie mit ST suspensions eine weitere Marke?

Klaus Wohlfarth: ST suspensions zählt bereits seit 2005 zur KW automotive Gruppe und wir haben ST bis Anfang 2014 nur im ST-Heimatmarkt in den USA vertrieben. In Amerika reicht die Historie von ST bis in die frühen Achtziger Jahre zurück und hat eigentlich bis zu unserer Übernahme vor knapp zehn Jahren ausschließlich Sportfahrwerke, Stabilisatoren und Sportfedern hergestellt. Mit der Übernahme der Marke haben wir dann 2005 auch Gewindefahrwerke bei ST suspensions eingeführt, somit konnte ST auch bei europäischen und japanischen Automodellen in den USA wachsen und sich weiter etablieren.

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Haben Sie bei ST suspensions ebenfalls vor, diese Marke genauso wie KW weltweit aufzustellen?

Klaus Wohlfarth: Das war eine der Hauptzielsetzungen der Zusammenführung dieser beiden Marken. Während wir mit KW auf allen Weltmärkten als der Marktführer individueller Fahrwerklösungen in Bezug auf Gewindefahrwerke im Top-Level positioniert sind, bieten wir mit ST suspensions nun auch im mittleren Preissegment ein vollständiges Produktsortiment in Topqualität, das für zahlreiche Märkte sehr interessant ist. Aus diesem Grund haben wir auch Teile von Weitec – Fahrwerktechnik wie beispielsweise die Sportfahrwerke, Federn oder Spring Distance Kits ins ST Lieferprogramm integriert. Mit ST erhalten Kunden weltweit nun die Möglichkeit Fahrwerke made in Germany zu einem für alle Märkte bezahlbarem Preisniveau zu kaufen. Auch können sich ST Kunden sicher sein, dass wir alle hohen Erstausrüster-Anforderungen der deutschen Automobilindustrie, verschiedener Zulassungs- und Zertifizierungsstellen sowie unseren eigenen KW-Qualitätsanspruch erfüllen. Wie jedes KW Gewindefahrwerk wird auch jedes ST Gewindefahrwerk von Hand gefertigt und bereits im Produktionsprozess ausführlich überprüft und getestet.

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Machen Sie sich mit ST suspensions nicht im eigenen Haus Konkurrenz in Bezug auf ihre KW Gewindefahrwerke?

Klaus Wohlfarth: Keineswegs. Wir sehen ST als ideale Ergänzung zu unseren hochwertigen Gewindefahrwerken, die weltweit von Kunden mit den höchsten Ansprüchen eingesetzt werden. KW Gewindefahrwerke stehen für innovative Technologien, mit dem Ziel die unterschiedlichsten Ansprüche unserer Kunden zu bedienen und natürlich auch für bestmögliche Qualität und Service rund um diese anspruchsvollen Fahrwerklösungen. Mit ST suspensions wollen wir unser umfangreiches Know-how dafür nutzen um das Produktsortiment zu ergänzen und damit all die Anwendungen und technischen Lösungen anzubieten, die wir heute unter der Marke KW gar nicht mehr anbieten, wie z.B. klassische Tieferlegungsfedern, Sportdämpfer und Fahrwerke, aber eben auch neue Produkte die sich durch diese Markenkonsolidierung mittlerweile unter der Marke ST finden lassen, wie z.B. Stabilisatoren, Spurverbreiterungen oder unsere Höherlegungskits (Spring Distance Kits).

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Was ist der Unterschied zwischen ST suspensions und KW im speziellen bei den Gewindefahrwerken?

Klaus Wohlfarth: Die Produkte unterscheiden sich maßgeblich in Qualität und den verwendeten Technologien, es gibt keine deckungsgleichen Produkte. Am offensichtlichsten ist sicherlich das verwendete Material bei den Gehäusen, die KW typisch ausschließlich in Edelstahl oder Aluminium gefertigt sind, wogegen ST auf den allgemein üblichen Standard mit verzinkten Stahlgehäusen zurückgreift. Weniger sichtbar sind dagegen die „Inneren Werte“ von KW Gewindefahrwerken, sprich die exklusiv angebotenen Dämpfungstechnologien. Gewindefahrwerke, die im Dämpfersetup separat in der Zug- und Druckstufe abgestimmt werden können, elektronisch regelbare Gewindefahrwerke mit adaptiven Dämpfern, die der Autofahrer optional noch mit seinem Smartphone abstimmen kann oder ein Street Comfort Gewindefahrwerk, für alle Autofahrer denen beispielsweise ein Serienfahrwerk auf Dauer zu unkomfortabel ist. Dies sind Lösungen die man nur unter der Marke KW und in dieser Breite auch ausschließlich nur bei uns finden kann. Darüber hinaus bieten wir mit KW verschiedene Clubsport Gewindefahrwerke mit Motorsportkomponenten speziell für Track Days und natürlich unsere KW Competition Motorsport Fahrwerke an. Aber auch  mit den drei ST Gewindefahrwerks-Varianten bieten wir mehr Optionen als nahezu alle anderen Marktteilnehmer. Neben der stufenlosen Tieferlegung wie bei den Gewindefahrwerken allgemein üblich, bieten wir Dämpfer mit festen Kennungen oder härteverstellbare Lösungen an, die auch in Kombination mit einer Sturzeinstellung per Aluminium-Unibal-Stützlager für Performance-Anwendungen geeignet sind.

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Werden die ST Fahrwerke eigentlich in den USA gefertigt?

Klaus Wohlfarth: Nein, bereits seit 2005 fertigen wir die ST Gewindefahrwerke in Deutschland unter einem Dach mit unseren KW Gewindefahrwerken. Das wird auch in der Zukunft so bleiben. Unsere ST Spurverbreiterungen kommen dabei ebenfalls aus Deutschland. Da wir das Anfang 2013 übernommene Traditionsunternehmen Power Tech mit seinen Distanzscheiben und Felgenschlössern nun ebenfalls unter dem Namen ST suspensions vertreiben. 

Dann ist bei ST suspensions eigentlich nur noch der Name amerikanisch?

Klaus Wohlfarth: Sozusagen. Wir nutzen bei ST suspensions wie bei unseren KW Gewindefahrwerken denselben hohen Standard für unser Prozess- und Qualitätsmanagement. So bauen wir die ST Dämpfer wie auch unsere KW Dämpfer direkt in unserem deutschen Stammsitz hier in Fichtenberg. Für unsere Internationalisierung von ST suspensions haben wir neben dem Power Tech Spurverbreiterungsprogramm nun auch unsere ehemaligen Weitec Sportfahrwerke integriert. Bei den jetzt erhältlichen ST Federn handelt es sich um die damaligen KW Sportfedern. Unsere Sportstabilisatoren fertigen wir nach wie vor in den USA, wo wir übrigens mit Belltech Sporttrucks ausschließlich Fahrwerke für US-Pickup-Modelle und alte Muscle Cars fertigen. Schließlich sind in den USA nach wie vor die sogenannten Sporttrucks die meistverkauften Pkws.

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In der letzten Zeit fällt immer der Name Ken Block in Bezug auf ST suspensions. Rüsten Sie nun auch Rennfahrzeuge mit ST suspensions Komponenten aus?

Klaus Wohlfarth: Nein. Im Motorsport bleibt nach wie vor unser KW Competition Fahrwerkprogramm das Nonplusultra, mit dem wir seit Jahren weltweit sehr erfolgreich sind und beispielsweise alle BMW Z4 GT3 Rennwagen mit KW Competition Fahrwerken ausrüsten. Mit Ken Block arbeiten wir in den USA seit geraumer Zeit zusammen und im speziellen haben wir verschiedene Straßenprojekte im Auge, bei denen wir Fahrwerkkomponenten von ST suspensions nutzen. Zusätzlich freut es mich auch, mit Ken beim Marketing zusammenarbeiten zu können. So ist er unser internationaler ST Markenbotschafter.

Was können wir in der Zukunft von ST suspensions erwarten?

Klaus Wohlfarth: Wir sind aktuell erst am Anfang unserer Aktivitäten bei ST. Aktuell sind wir noch daran in verschiedenen Märkten mit ST erfolgreich Fuß zufassen. So gibt es ein spezielles für den Fachhandel und Werkstätten übersichtliches,  transparentes Preissystem. Anstatt in umfangreichen Anwendungslisten für das jeweilige Automodell den jeweiligen Preis heraussuchen zu müssen, passen alle unverbindlichen Preisempfehlungen auf nur eine Seite. Zusätzlich wollen wir auch am Point-of-Sale ein starkes Zeichen setzen. 

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